Heilsames Leben

„Wir kommen nicht unverwundet durch dieses Leben, doch können wir immer wieder die Chancen der Heilung ergreifen, die sich uns bieten.“

Ja, wir kommen nicht unverwundet durch dieses Leben, zumindest ist mir bisher noch kein Mensch begegnet, der das von sich behauptet hat. Dennoch gelingt es manchen Menschen in diesen Wunden, Schicksalsschlägen und herausfordernden Erfahrungen nicht stecken zu bleiben, sondern weiter zu leben und manchmal sogar aus diesen Erlebnissen gestärkt hervorzugehen. Wie das möglich ist und wie uns das Leben einlädt unser Wunden anzuschauen und herauszufinden, wie sie versorgt werden können, darum soll es heute gehen.

Wenn ich den Duft von warmem Milchreis rieche, steigen in mir Erinnerungen an meine Oma auf, die ihn so oft für mich gekocht hat. Bestimmte Lieder erinnern mich an eng mit ihnen verbunden Erfahrungen. In einem Telefonat sagte eine Freundin gestern: „Ich fühle mich grade wie vor 15 Jahren, als…“

Dinge, die wir im Hier und Jetzt erleben, lösen bestimmte Erinnerungen und Gefühle in uns aus. Diese Erinnerungen können sowohl mit positiven als auch mit negativen Gefühlen verbunden sein. Der Milchreisduft erzeugt in mir ein wohliges Gefühl. Das Lied, was zu Beerdigung eines lieben Bekannten gespielt wurde und dann plötzlich beim Autofahren im Radio läuft, bringt mich wieder in Kontakt mit meiner Trauer um ihn. Wie in diesen Beispielen, ist es manchmal ganz leicht den „Auslöser“ für die erinnerten Gefühle festzumachen. Man erkennt direkt wie die Puzzleteile sich zusammenfügen. Oft gelingt es uns mit diesen „Auslösern“, die ich im Folgenden als Trigger bezeichnen werde, einigermaßen umzugehen. Die Zuordnung liegt auf der Hand und somit ist eines schonmal klar: „Ich verstehe, warum ich mich grade so fühle.“

Dann erleben wir aber auch etliche Situationen, in denen es nicht so offensichtlich ist, was hier grade passiert. Zur Verdeutlichung will ich ein paar Beispiele nennen:

Eine Klientin ruft mich aufgelöst an und erzählt von ihrem Konflikt mit ihrem dreijährigen Sohn. Sie ist sehr erschrocken über sich. Ihr Sohn hat ein Puppenhaus aus ihrer Kindheit kaputt gemacht. Sie hatte ihn noch versucht davon abzuhalten, was ihr jedoch nicht gelungen war. So sah sie nur noch wie ihr Sohn sich auf das kleine Puppenhaus stellte, was dann mit lautem Krachen in mehrere Teile zerbrach. Eine Situation, die vermutlich die meisten Eltern verärgert und/oder traurig gemacht hätte. Doch mit meiner Klientin passierte noch mehr. Sie berichtet wie sie von einer rasenden Wut erfasst wird, die sie in ihrer Heftigkeit selbst erschreckte. Sie sei regelrecht „außer sich“ gewesen und habe ihren Unmut deutlich ausgedrückt. Um nicht völlig die Fassung zu verlieren, sei sie aus dem Raum gegangen und dann plötzlich in Tränen ausgebrochen. Sie habe bitterlich geweint und konnte sich kaum noch beruhigen. Schnell war ihr klar, dass hier noch etwas anderes vor sich ging. Ihre Reaktion hing nicht nur mit dem aktuellen Vorfall zusammen, sondern schien sie getriggert zu haben. Darüber kommen wir am Telefon ins Gespräch. Sie hat zunächst keine Idee, womit ihre heftige Reaktion verbunden sein könnte. Doch eins ist uns beiden klar: hier bietet das Leben grade eine Chance zur Heilung an! So machen wir uns ein wenig auf die Suche, sie ruft sich nochmal ihre Gefühle vor Augen und überlegt, ob sie sich an eine Situation erinnert, die ähnliche Gefühle bei ihr ausgelöst hat. Es dauert eine Weile und ich höre plötzlich wie sie wieder leise zu weinen beginnt. Diesmal sind es jedoch Tränen von tiefem Schmerz. Sie ist zurückgekehrt an den wunden, noch nicht versorgten Punkt ihres Lebens, der sich nun in der Situation mit ihrem Sohn nochmals gezeigt hat. Als sie wieder sprechen kann, erzählt sie mir, dass ihr kleiner Bruder einmal etwas für sie sehr Kostbares zerstört hat. Leider wurde ihre Wut und Trauer darüber nicht gesehen, sondern sie hat zu hören bekommen, dass sich nicht so anstellen solle und kleinere Kinder eben auch mal etwas kaputt machen. Ihre Gefühle wurden nicht gesehen, begleitet und konnten so auch nicht verarbeitet werden. Die Wut über diese Ungerechtigkeit, die ihr damals widerfahren ist, hatte sich nun in der Situation mit ihrem Sohn ihren Weg gesucht. Jetzt lag es auf der Hand und sie konnte sich selbst besser verstehen. Endlich konnte ihr Mitgefühl entgegengebracht werden und die alte Wunde fand nun eine entsprechende Behandlung (dazu später mehr).

Eine Freundin hat sich von ihrem Partner getrennt. Es ist – wie sie sagt: wieder – die gleiche Geschichte. Die Beziehung zu einem Mann, der nicht völlig ja zu ihr sagen konnte. „Wieder“ konnte er sich nicht zuverlässig und beständig auf sie einlassen. Und „wieder“ wurde er von seinen eigenen Problemen so absorbiert, dass er auch emotional für sie meist nicht verfügbar war. Warum kann sie sich nicht einfach in einen anderen Typ Mann verlieben? Immer wieder dasselbe Thema. Sie kennt die Antwort: Sie ist eingeladen ihre Vaterwunde zu heilen (WICHTIG: es handelt sich hier um ein individuelles Beispiel, dass keine Verallgemeinerungen zulässt! Das Beziehungen scheitern hat die unterschiedlichsten Hintergründe und ist so individuell zu betrachten wie jeder Mensch einzigartig ist!). Sie ist diesbezüglich schon viele Schritte gegangen. Jetzt scheint der nächste Schritt an der Reihe zu sein…

Vor mir sitzt eine Frau, der man vermutlich ohne Probleme ein „Helfersyndrom“ zuschreiben könnte. Immer wieder verausgabt sie sich völlig, um anderen Menschen zu helfen. Außerdem zieht sie hilfsbedürftige Menschen scheinbar magnetisch an. Jetzt sitzt sie hier und hat keine Kraft und Energie mehr für ihren Alltag. Als wir uns dem Thema nähern, wird schnell eine Dynamik deutlich und sie bringt es selbst auf den Punkt mit dem Satz: „Eigentlich versuche ich immernoch meine Mama zu retten!“ Es kommt raus, dass ihre Mutter unter Depressionen gelitten hat. Als Kind und wie man sieht auch noch heute, ist es ihr sehnlicher Wunsch, ihrer Mama irgendwie zu helfen. In jedem hilfsbedürftigen Menschen versucht sie, ob es ihr diesmal nicht vielleicht doch gelingen könnte, das Leben eines Menschen etwas heller zu machen. So groß ist ihr Schmerz, um ihre Mutter und ihre damit verbundene eigene „dunkle“ Kindheit, dass sie alles versucht diesen endlich „aufzulösen“. Leider bisher erfolglos und sie merkt, dass ihr eigenes Leben auch zusehends „dunkler“ wird.

Diese drei Beispiele zeigen wie „alte Erlebnisse“ noch immer in uns aktiv sind und uns auch im Heute beeinflussen. Ich sehe darin kein Problem als Mutter auch mal wütend und traurig zu werden – im Gegenteil. Doch in diesem Fall ist der Mutter sofort die Heftigkeit ihrer Reaktion bewusst und sie sieht selbst, dass sie hier nicht mehr „frei“ ist und mit ihren Gefühlen umgehen kann, sondern diese sozusagen grade die Leitung übernommen haben. Auch darf eine Beziehung scheitern. Doch meiner Freundin ist klar, dass sie gar nicht „frei“ ist, sich wirklich auf die Beziehung und den entsprechenden Partner einzulassen, sondern sie die Trigger immer wieder in ihre eigene, alte Geschichte katapultieren, was sehr kräftezehrend und für die Beziehung herausfordernd ist. Sehr gerne darf auch die Frau, die zu mir kommt anderen Menschen helfen. Ich vermute darin sogar bei ihr eine besondere Begabung. Doch aktuell ist sie nicht „frei“ zu wählen, ob sie etwas geben möchte oder nicht. Sie selbst sagt, dass sie es förmlich tun „muss“ als hinge ihr Leben davon ab. Als Kind war dem auch so. Nun kann sie heute langsam in eine neue Freiheit hineinfinden, in der sie selbst wählen darf, was sie tun möchte und sowohl sich selbst als auch die Anderen im Blick haben.

Nun gut…

Ich denke, dass wir alle solche Situationen kennen. Vielleicht sind sie nicht so existenziell wie in den drei Beispielen, doch ich glaube, wenn wir in Beziehungen leben, werden wir dauernd irgendwo getriggert. Dadurch erhalten wir die Chance nochmal genauer hinzusehen, was uns ausgelöst hat und ob es an diesem Punkt noch etwas bedarf, um mehr im Frieden zu sein.

Ich denke es ist deutlich geworden, dass der erste Schritt darin besteht, überhaupt zu bemerken, dass man getriggert wurde. Mir geht es in diesem Artikel vorwiegend um die alltäglichen Trigger, die uns emotional etwas stärker auslösen, als wir gewöhnlich reagieren würden. Natürlich gibt es auch Triggerreaktionen, die uns auf gemachte traumatische Erfahrungen hinweisen. Hier bedarf es der Unterstützung von einfühlsamen, traumakompetenten Menschen, die einen bei der Integration des Traumas zu Seite stehen (siehe dazu auch die weiterführende Literatur unten).

Im Folgenden möchte ich nun drei Möglichkeiten vorstellen, mit denen ich bezüglich der Versorgung alter Wunden sehr gute Erfahrung gemacht habe:

  1. Wahrnehmen und Halten

Es gibt Verletzungen, die wollen endlich wahrgenommen werden, wie bei der Frau und ihrem Sohn. Als sie zurück an den Punkt gekommen war, an dem sie sich als kleines Mädchen entsetzt darüber, dass ihr Bruder ihre kleine Kostbarkeit mutwillig zerstört hatte, in ihrem Zimmer stehen sah, flossen die Tränen. Sie bekam plötzlich Zugang zu ihrem Schmerz und der Trauer, die sie damals schon gefühlt hatte. Doch vor vielen Jahren hatte sie diese aufgrund der Reaktion ihrer Eltern beiseite geschoben und war gehorsam und brav weiter freundlich geblieben. Nun zeigte sich ihr alter Schmerz und auch ihre Wut brach sich nochmal Bahn. Ihr war Unrecht widerfahren und sie hatte gelitten – das sollte gesehen werden. Genau diese Bedürfnisse waren damals unerfüllt geblieben: Empathie, Wertschätzung, Verständnis und Trost. Indem sie sich dem kleinen Mädchen, was sie einmal gewesen war, nochmal zuwandte und ihr damit genau das gab, wurde es ihr immer leichter ums Herz. Man merkte wie sich die Gefühle veränderten. Die Trauer und Wut, die zuvor immer wieder in Wellen kamen, ebbten spürbar ab. Langsam kehrte Friede ein.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass es manchmal dran sein kann, die gemachte schmerzhafte Erfahrung nochmal anzuschauen. Die damit verbunden Gefühle wahrzunehmen und da sein zu lassen (zu halten). Sie anzuerkennen und ihnen endlich ihre Berechtigung zu geben. Die eigenen unerfüllt gebliebenen Bedürfnisse zu sehen und all dies mitfühlend wahrzunehmen und zu erleben wie es sich langsam verwandelt.

2. Innerer Dialog

In anderen Situationen bedarf es neben dem Wahrnehmen und Halten auch eines inneren Dialogs. Wem Imaginationen vertraut sind und wer dies gerne tut, dem wird es wahrscheinlich leicht fallen, sich die eigene Person in der damaligen Situation vorzustellen. Meine Freundin sieht dann beispielsweise ein kleines Mädchen, dass am Fenster steht und sehnsüchtig auf ihren Papa wartet. Sie weiß um die Gefühle und Bedürfnisse dieses kleinen Mädchen. Als Erwachsene tritt sie nun mit dem Mädchen in einen Dialog. Oft sind gemachte Erlebnisse noch schmerzhaft unversorgt, weil eben niemand da war, der das eigene Leid gesehen hat. In der Regel musste man grade mit diesen Situationen alleine klarkommen oder es waren Menschen anwesend, die die Situation lediglich ausgelöst oder sogar verschlimmert haben. So ist meine Freundin auch in ihrer Vorstellung allein. Die Not des kleinen Mädchens sieht keiner oder grade hat keiner die Kapazitäten diese zu begleiten. Daher tritt meine Freundin als Erwachsene nun hinzu und spricht mit dem Mädchen. Sie sagt ihr, dass sie ihre Gefühle sieht. Erklärt ihr vielleicht, was hier passiert. Schenkt ihr Mitgefühl und kümmert sich um ihre Bedürfnisse. Sie redet mit ihrem inneren Kind und gibt ihr im Gespräch das, was es früher gebraucht hätte. Wenn sich die Gefühle von damals im Alltag erneut melden, kann sie daran anknüpfen und Kontakt zu ihrem „inneren Kind“ aufnehmen und ihm die heilsamen Sätze wieder und wieder sagen (wie etwa: „Es liegt nicht an dir, dass Papa gegangen ist! Es ist nicht deine Schuld, dass… usw.“). Wen dieses Thema des inneren Dialogs und der heilsamen Sätze weiter interessiert, sei das Buch von Angelika Glöckner: Lieber Vater, liebe Mutter… empfohlen

3. Nachversorgen (empfiehlt sich mit einer Vertrauensperson oder fachlichen Begleitung durchzuführen)

Bei manchen Wunden unseres Herzens bedarf es noch zusätzlicher Hilfe. Manchmal genügt es nicht, dass man als Erwachsene in den Dialog tritt mit dem Kind, der Jugendlichen oder auch der Erwachsenen, die man in der damaligen Situation war. Psychologisch würde man sagen, dass man zu sehr mit dem damaligen Anteil identifiziert ist, was einen inneren Dialog schwierig macht. Hier kann man sich Hilfe holen. Die oben beschriebene Frau sieht sich zum Beispiel wie sie im Zimmer steht und ihre Mutter weinend auf dem Sofa sitzt. Ihr ist es nicht möglich als Erwachsene in den Dialog mit dem Kind zu treten, was verzweifelt überlegt, was es für seine Mama tun kann. Ihr sind die Gefühle des Mädchens sehr präsent und sie ist ganz damit identifiziert. Daher machen wir uns auf die Suche nach hilfreichen Personen, die sie unterstützen können. Wir schauen, was sie jetzt braucht. Sie sagt, dass sie ihre Mutter nicht mehr sehen möchte. Es solle eine gute Fee kommen, die ihr die Sicht auf ihre weinende Mama versperrt. Sie stellt sich diese Fee ganz genau vor und lädt sie in die Szene ein. Die Fee stellt sich vor sie und zum ersten Mal kann das kleine Mädchen den Blick von der weinenden Mutter lassen und schaut auf zur guten Fee, die sie mit warmem, verständnisvollen Blick anschaut. Jetzt wird das Mädchen plötzlich selbst ganz, ganz traurig. Es fühlt sich allein und braucht Nähe und Geborgenheit. Wieder suchen wir nach einem Menschen oder einer fiktiven Figur, die genau das für die Frau stark verkörpert. Da die Frau die Chroniken von Narnia liebt, wünscht sie sich, dass der Löwe Aslan kommen soll. Genau wie die kleine Lucy in dem Film, will sie sich an ihn lehnen und in seine Mähne kuscheln. Wir laden Aslan in die Situation ein und das kleine Mädchen birgt sich weinend in seiner Mähne. Es weint so bitterlich, dass es kaum noch stehen kann. Alslan lädt sie in ihrer Vorstellung ein, sich auf ihren Rücken zu setzen. Immernoch in die Mähne gekuschelt schwingt sie sich mutig auf dessen Rücken. Langsam wird sie etwas ruhiger. Mit noch zittriger Stimme berichtet die Frau wie das kleine Mädchen in ihrer Vorstellung plötzlich sagt: „Ich will leben!“ Dieser Satz hat Kraft. Nun ist das Mädchen zum ersten Mal in Kontakt mit sich, mit dem, was sie möchte. Die Frau berichtet mir, dass Aslan dem Mädchen in ihrer Vorstellung anbietet sie an einen schönen und vor allem hellen Ort zu bringen. Das kleine Mädchen stimmt ihm zögerlich zu. Sie will! Aber sie macht sich auch Sorgen um ihre Mutter. Da meldet sich erneut die gute Fee zu Wort. Sie verspricht dem Mädchen in dessen Abwesenheit auf die Mutter aufzupassen. Das beruhigt das Mädchen und es ist bereit sich von Alsan an einen hellen Ort tragen zu lassen. Nach dieser „Nachversorgung“, die die Frau in ihrer Vorstellung grade bewältigt hat, ist sie erschöpft. Gleichzeitig ist sie in Kontakt gekommen mit ihrer eigenen Lebenslust. Etwas Neues ist plötzlich da. Wie ein zartes Pflänzchen, das nun wachsen will.

Sicherlich bedarf die Wunde noch weitere Versorgung und möglicherweise noch andere hilfreiche Helfer, die das kleine Mädchen stützen. Vielleicht kann auch irgendwann die erwachsene Frau mit dem Mädchen in Kontakt gehen. Das alles wird sich zeigen…

Festzuhalten bleibt für mich, dass uns das Leben immer wieder Chancen der Heilung anbietet und ich glaube, dass es zwar schmerzhaft und herausfordernd ist, diese anzunehmen, doch gleichzeitig darin auch eine neue Freiheit liegt und ein Stück Frieden zu finden ist. Manche Wunden brauchen nur ein Pflaster, andere noch eine Creme oder sogar ausführliche Behandlung. Oft scheint es zermürbend, wenn man sich mit den eigenen Themen auseinandersetzt und meint, dass man sich darum doch bereits gekümmert habe. Plötzlich taucht das Thema wieder auf und fordert unsere Aufmerksamkeit. Mich ermutigt hier das Bild einer Spirale. Denn es scheint als wäre man wieder an der gleichen Stelle, aber man befindet sich eben doch einen oder auch mehrere Kreise weiter. Möglicherweise ist die Zeit nun reif, dass eine Erkenntnis oder Erfahrung noch etwas tiefer ins Herz rutschen kann.

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Zum Abschluss bleibt noch die Frage: Wozu das alles? Wozu sollte man die Chancen des Lebens nutzen, wenn es doch schmerzhaft und zum Teil auch langwierige Prozesse sind?

Ich glaube, dass uns die Aufarbeitung unserer Triggersituationen heiler, freier und friedvoller macht. Außerdem können wir immer mehr im Hier und Jetzt sein und den Menschen präsent begegnen. Wir befinden uns dann weniger in unserer alten Geschichte, in die uns die unaufgearbeiteten Triggersituationen sonst katapultieren. Das ist nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Menschen, mit denen wir in Beziehung sind und vor allem unsere Kinder meiner Meinung nach eine große Bereicherung. Ich „muss“ dann nicht mehr an ihnen meine alten Themen abarbeiten, sondern kann wirklich mit ihnen in Kontakt sein. Und zuletzt bin ich erst durch den bewussten Umgang mit meinen Erfahrungen wirklich bereit auch neue Erfahrungen zu machen. Ich werde meiner alten Muster gewahr und kann neue Verhaltensweisen ausprobieren. So kann Altes heilen und Neues entstehen. Daher denke ich – es lohnt sich!

Mit diesem Artikel verabschieden wir uns nun erstmal in die Babypause. Wir sind schon gespannt und voller Vorfreude, da es nun jederzeit soweit sein kann, dass wir unser neues Familienmitglied begrüßen dürfen. Sobald wir miteinander angekommen und bereit sind, werdet ihr sicher wieder von uns lesen…

Weiterführende Literatur zum Thema Trauma und Trigger:

Dami Charf: Auch alte Wunden können heilen

www.traumaheilung.de

C. Sautter: Wenn die Seele verletzt ist

C. Sautter: Was wirklich bei Trauma hilft

C: Sautter: Meine Kindheit, mein Trauma, meine Ehe und ich

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