Hallo Frühling…

Endlich ist es soweit – Frühlingsanfang. Eine Zeit auf die ich mich immer besonders freue, denn der Frühling ist meine persönliche Lieblingsjahreszeit. Ich liebe dieses Erwachen. In der das, was schier tot und leblos zu sein schien, plötzlich wieder zu neuem Leben erblüht. Ganz vorsichtig stecken die ersten Pflanzen ihre Köpfe aus der Erde und trotzen den zum Teil noch Recht kalten Temperaturen. Man kann förmlich ihre Kraft und ihren Willen zu wachsen erahnen. Sie werden sich nicht mehr aufhalten lassen, sondern nun ihren Weg gehen. Das beeindruckt mich und bringt etwas in meinem Inneren zum Klingen.

Es berührt mich immer, wenn Menschen sich ihren ganz eigenen Weg durch ihr Leben suchen. Wenn sie sich trotz widriger Umstände einfach nicht aufhalten lassen und obwohl alles vielleicht aussichtslos erscheint, dennoch wachsen, aufblühen und manch tristen, trostlosen Ort Schönheit und Lebendigkeit einhauchen. Immer wieder erlebe ich diese Kraft bei Menschen, die in ihrem Leben auch durch „Winterzeiten“ gegangen sind. 

Ich kenne es selbst aus Trauer- oder anderen emotionalen Prozessen, dass alles hoffnungslos erscheint. Doch, indem man Schritt für Schritt diese Prozesse annimmt und durchlebt, verändert sich meist ganz langsam etwas. Es geschieht oft unmerklich und leise. Und eines Tages ist es dann soweit und durch das nasse, kalte Schwarz der Erde bricht sich eine winzige grüne Knospe. Ein Hoffnungsschimmer. Es ist doch nicht alles aus – da ist noch Leben, noch Lebendigkeit. Was ein Glück, welche Verheißung…

Ich glaube, an all solche Prozesse erinnert mich der Frühling und ich beobachte auch um mich herum, dass er Menschen mobilisiert. Natürlich hat das auch mit den Auswirkungen des Frühlings auf unseren Körper zu tun. Wie zum Beispiel die, dass wir Menschen intensiv auf Licht reagieren und die Sonne unseren Hormonhaushalt verändert, indem die Serotoninbildung im Körper zunimmt. Mit mehr dieser Glückshormone im Blut ist es natürlich nachvollziehbar, dass sich unsere Laune hebt.

Ich denke sowohl Sonne als auch Hoffnung und Aufbruch können wir grade in der momentanen Situation gut gebrauchen. Endlich Veränderung, endlich wieder hoffnungsvollere Aussichten. Wir warten weiter darauf, wobei es realistisch betrachtet aktuell noch nicht danach aussieht …

Diese Situation können wir zwar nach unseren Möglichkeiten mitgestalten, aber leider nicht grundsätzlich verändern. Dennoch lässt er sich nicht mehr aufhalten – der Frühling. Er wird kommen! Die Schönheit des Lebens wird sich Raum schaffen. 

Und vielleicht gibt es auch etwas in euch, was „erwachen“ möchte. Etwas, was einen Ausdruck sucht und gelebt werden will? Was die eigene Neugier weckt, Faszination und Begeisterung erzeugt?

Der Frühling lädt ein Neues zu wagen, seinem Inneren zu vertrauen und Mut zu dem zu haben, was da wachsen will. In diesem Sinne wollen wir heute dazu ermutigen, trotz vielleicht manchmal widriger Umstände, den für sich stimmigen Weg im Leben zu gehen.

Ich mag die Geschichte „Die Fragen der Fragen“:

„Vor dem Ende sprach Rabbi Sussja: In der kommenden Welt wird man mich nichtfragen: Sussja, warum bist du nicht Mose gewesen? Man wird mich auch nichtfragen: Warum bist du nicht David gewesen? In der kommenden Welt wird man michfragen: Sussja, warum bist du nicht Sussja gewesen?“

Mich fragt diese Geschichte immer: Warum bist du nicht du selbst gewesen? Was hält dich davon ab? Was steckt und schlummert da wohl noch in dir und will endlich ans Licht?

Somit nehme ich den Frühlingsanfang heute als Ermutigung zu einem für mich stimmigen Leben. Noch ein Stück mehr Ich zu sein oder zu werden. Mich weiter zu entfalten und zu beobachten, was in mir ins Leben möchte. Auf dass es die Sonnenstrahlen hervorkitzeln– habt einen schönen Frühlingsanfang!

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