Check-up: Wie begegne ich meinen Kindern?

Neben der Eingewöhnung von Lotti und Theo haben mich in der letzten Woche Situationen beschäftigt, die ich auch noch gut aus meiner Kindheit kenne. Für mich waren es Erlebnisse, in denen ich mich sehr unbehaglich gefühlt habe. Es waren Situationen mit Menschen, die mich behandelt haben wie sie dachten, wie man ein „Kind“ eben so behandelt. Sie haben mich irgendwie nicht ganz für „voll“ genommen, indem sie auf eine ganz bestimmte Art mit mir und gleichzeitig über mich geredet haben (Ach, guck mal wie sie…). Ich würde von ihnen befragt (Na, bist du denn auch schon…? Kannst du denn auch schon…?), bewertet und verglichen (Oh, die anderen Kinder in dem Alter können das aber…). Noch dazu kam eine ordentliche Portion Ironie und Sarkasmus. So dass es auch öfters vorkam, dass meine Antworten bei diesen Erwachsenen für Erheiterung und Humor sorgten. Es liegt vermutlich auf der Hand, dass solche Erfahrungen für meine Beziehung zu diesen Menschen nicht zuträglich waren und so keine Beziehung zu ihnen entstehen konnte.

Dann begegnete mir Anfang der Woche noch ein Zitat von Jesper Juul. Das lautet: Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen bestimmten Konflikt nicht mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter, sondern mit einem erwachsenen Freund. Wie würden Sie sich verhalten?“

Ich hinterfrage mich manchmal, ob ich, so wie ich mich meinen Kindern oder meinem Mann gegenüber verhalte, es genauso mit meinen Freunden tun würde. Öfters komme ich zu dem Schluss, dass ich mit meiner Freundin in der ein oder anderen Situation zum Beispiel viel respektvoller kommuniziert hätte. Das macht mich dann wieder neu achtsam für meinen Umgang und meine Kommunikation mit den Menschen, die mir nahe stehen.

Aufgrund meiner zu Beginn beschriebenen Erfahrungen, bin ich wahrscheinlich auch sehr sensibel für den Umgang mit Kindern und ob sie in ihrer Würde geachtet und respektiert werden. In der letzten Woche war ich dann in einige Situationen involviert, wo ich miterleben musste, dass dies meiner Einschätzung nach nicht passiert ist. So entstand die Idee in der nächsten Zeit ein paar kurze Impulse auf dem Blog zu veröffentlichen, die dazu anregen sollen den eigenen Umgang mit seinen Kindern oder den Menschen, mit denen man seinen Tag verbringt, ein wenig zu hinterfragen. Ähnlich einer Inspektion, in der man alles einmal wartet und überprüft, ob etwas verändert werden muss oder weiter seinen Zweck erfüllt. Vermutlich werden die meisten Gedanken nicht unbedingt neu sein. Wir glauben aber, dass es für die Beziehung positiv ist, wenn man immer mal überprüft, ob und in wieweit man seine Werte, Haltungen und Vorstellungen aktuell lebt. Und so hoffen wir, dass die folgenden Impulse die Beziehungen bereichern und uns vielleicht wieder etwas achtsamer werden lassen.

Vermutlich wird es vorkommen, und ich hoffe es eigentlich, dass an der einen oder anderen Stelle klar wird, dass man sich nicht so verhält wie man es gerne würde. Das wäre wunderbar, denn es öffnet den Weg für neue Entwicklungsschritte! Sobald man etwas nicht so leben kann wie man es eigentlich will, liegt oft noch ein Thema darunter, welches nochmal angeschaut werden möchte. Wenn meinem Kind zum Beispiel ein Missgeschick passiert und ich beginne zu schimpfen und Dinge zu sagen oder zu tun, die ich nachher gerne wieder rückgängig machen würde, lohnt es sich hier nochmals genauer hinzuschauen. Gut möglich, dass sich in dieser Situation die eigenen Erfahrungen mit der aktuellen Situation vermischen. Oder aber, dass hier deutlich werden darf, dass es lange Zeit schon unerfüllte Bedürfnisse gibt, die sich dann in dieser Situation lediglich als Ärger entladen. Von daher gleicht jedes Erkennen solcher Situationen oder Verhaltensweisen einer Chance. Einer Chance auf ein Stück Heilung, Neuorientierung, Authentizität, und Freiheit (und vermutlich noch Vielem mehr).

Wir sind schon gespannt und wünschen euch und auch uns persönlich die Möglichkeit Bewährtes wieder leidenschaftlich zu leben und neue Wachstumschancen aufzuspüren…

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