Wie der Elefant die Freiheit fand

Beim Aufräumen fiel mir heute eines unserer Kinderbücher in die Hände. Ein Kinderbuch, was wie ich finde auf ganz besondere Weise auch Erwachsenenherzen berührt. Es gibt so ganz spezielle Geschichten, die unsere Herzen ihre eigene Wahrheit finden lassen und solch eine Geschichte ist die über den kleinen Elefanten, geschrieben von Jorge Bucay. Als ich sie dann nochmal las, dachte ich, dass es ganz wunderbar zu unserer Reihe über „Konflikte und Bindungsmuster“ passt und deshalb kommt heute noch dieser kleine Nachtrag.

Die Geschichte wird erzählt von einem Jungen, der den Zirkus liebt. Ganz besonders liebt er die Elefanten. Doch eine Sache kann er sich nicht erklären. Warum diese majestätischen Tiere, die solch eine Kraft haben, an einer Kette festgebunden sind, die lediglich ein kleiner Pflock hält, der nur leicht in den Boden geschlagen ist. Der Junge sucht bei den Erwachsenen nach Antworten, die ihm aber keine befriedigende zu geben vermögen. Eines Tages trifft er einen weisen Mann. Dieser erklärt ihm, dass der Elefant bereits als ganz kleiner Elefant an diesen Pflock gekettet wurde. Der Junge versetzt sich in die Lage des kleinen Elefanten und stellt sich vor wie dieser Tag für Tag versucht sich zu befreien. Wie er an der Kette zieht und zerrt und nachts vor Erschöpfung einschläft. Er überlegt wie der kleine Elefant es immer wieder aufs Neue versucht, es aber nichts nützt. „Der Pflock saß zu fest für so ein junges Tier, obwohl es ein Elefant war.“ Und dann kommt irgendwann der traurigste Tag in seinem kurzen Elefantenleben, als er beschließt es hinzunehmen, dass er sich nicht befreien kann. Der Junge versteht nun, warum dieser große Elefant aus dem Zirkus angekettet blieb: „Er war fest davon überzeugt, dass er sich niemals von seinem Pflock würde befreien können.“ Der Elefant glaubte so fest daran, dass er es nie wieder versucht hatte. Der Junge stellt sich vor wie er zu dem Elefanten geht und ihm ins Ohr flüstert:

„Weißt du was? Wir sind uns ähnlich. Du glaubst wie ich, dass du manches nicht kannst, weil du es vor langer Zeit einmal ausprobiert und nicht geschafft hast. Aber mach dir klar, dass das eine Ewigkeit her ist und du heute viel größer und stärker bist als damals. Wenn du dich wirklich befreien willst, bin ich sicher, dass es auch klappt. Warum versuchst du es nicht einfach mal?“

Das Buch endet damit, dass der Junge sich wünscht, dass sein Elefant es tatsächlich geschafft hat und nun als freier Elefant bei seinem Zirkus lebt, weil es ihm Freude bereitet die Kinder Lachen zu sehen.

Auch wenn es früher nicht anders ging als sich so zu verhalten, heute bist du erwachsen. Warum versuchst du es nicht einfach mal?

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