Ostern im Angesicht einer Pandemie

Nun sind stehen sie vor der Tür – die Osterfeiertage. Ein anderes Ostern wird es dieses Jahr werden, das ist jetzt schon klar. Kein Opa der wie üblich kommt um mit seinen Enkelkindern die Osternester zu bauen. Keine Ostergottesdienste, keine Familientreffen, kein Osterbruch mit Freunden, keine gemeinsamen Osterspaziergänge inklusive Ostereiersuche usw.

In welcher Form wird uns dieses Ostern in Erinnerung bleiben? Wo steckt vielleicht grade in diesem Osterfest etwas Besonderes, was es wertvoll macht?

Heute Morgen kam mir der Gedanke, dass es schon erstaunlich ist, dass wir genau in dieser Zeit Ostern feiern. Wenn ich mich umhöre und es in den Medien verfolge, ist es eine Zeit voller Sorgen, Ängsten, Unsicherheit, Trennung, Einsamkeit, ansteigender häuslicher Gewalt und anderen Herausforderungen.  Wie passt Ostern dort hinein?

Ostern ist für mich ein Fest, was zeigt, dass ganz am Ende alles gut wird. Dass es Hoffnung gibt. Schaut man sich die Ostergeschichte an, dann sieht man darin Menschen, die nicht mehr ein noch aus wussten. Die sich auf etwas verlassen und Vorstellungen von der Zukunft hatten, die tief erschüttert wurden. So wie sie sich die Dinge vorgestellt hatten, sind sie nicht gelaufen. Aus Jesus war erstmal kein großer König geworden, der die Mächtigen stürzt und endlich für Gerechtigkeit und ein gutes Leben sorgt.

Und so passt Ostern vielleicht doch grade in diese Zeit. Wo, wenn wir etwas tiefer blicken, in den letzten Wochen manches, wovon wir überzeugt waren, irgendwie enttäuscht wurde. Schien doch vorher alles recht sicher und kontrollierbar. Dass da etwas kommen könnte, was unser soziales Leben und unsere Wirtschaft dermaßen beeinflusst, war weit weg. Nun sind wir eines Besseren belehrt worden. Haben recht deutlich vor Augengeführt bekommen wie zerbrechlich das Leben doch sein kann und sich so vieles unserer Kontrolle und Machbarkeit entzieht.

Auf diesem Hintergrund ist Ostern für mich dieses Jahr ein Fest, dass mich einlädt zu neuem Vertrauen. Die Hoffnung nicht aufzugeben auch wenn alles anders ist/kommt als man sich es vorgestellt hat. Die Erinnerung, dass am Ende alles gut wird. Und dass es durchaus heilsam sein kann, wenn die Vorstellungen und Werte, die man von der Zukunft und dem eigenen Leben hatte nun die Gelegenheit haben überprüft und gegebenenfalls neu sortiert zu werden.

Oscar Wilde hat es mal so formuliert: „Am Ende wird alles gut werden, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!“ Für mich ein sehr passender Osterspruch. Und so freue ich mich jetzt doch ein wenig auf das etwas andere Ostern dieses Jahr. Und ich werde grade in der jetzigen Situation seine Einladung zu neuer Hoffnung und Vertrauen annehmen…

In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Lesern ein frohes Osterfest. Nach Ostern geht es übrigens weiter mit einer Reihe zu Paarkonflikten und Bindungsverhalten…

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