Im Hier und Jetzt sein

Heute habe ich etwas zum Thema Sorgen gelesen. Ein Gedanke hat mich weiter beschäftigt. Es ging darum, dass Sorgen sich in der Regel auf die Vergangenheit oder Zukunft beziehen. Wenn es uns also gelingen würde mehr im Hier und Jetzt zu sein, dann würden sich unsere Sorgen drastisch reduzieren.
All die Fragen wie sich die Lage entwickelt? Wie lange wir noch sozial auf Distanz gehen müssen? Ob wir vielleicht schon viel früher hätten handeln müssen? usw. Wenn ich mich hingegen frage, ob ich den heutigen Tag z.B. auch ohne andere Menschen zu treffen gut gestalten kann, dann bin ich zuversichtlich und ich gehe fest davon aus. Wenn ich diese Frage allerdings ausweite auf die nächsten Wochen oder sogar Monate, dann wird mir schon anders zumute.
Sorgen reduzieren durch Leben im Hier und Jetzt. Mir fällt auf, dass es manchmal genau das ist, was mich an meinen Kindern so herausfordert – sie leben meist völlig im Hier und Jetzt. Zum Beispiel wenn wir pünktlich zu einem Termin müssen, sie aber noch ganz vertieft spielen. Sie machen sich keine Gedanken darüber, was sie heute noch alles tun und erledigen müssen. Dass sie erst letzte Woche zu spät bei dem Termin waren und was sie in den nächsten 10 Minuten noch alles machen müssen, bevor es losgeht.Für sie zählt der Moment. Wahrscheinlich fordert es mich so heraus, weil ich es verlernt habe in all den Jahren. Doch ich bin dabei es wieder neu zu lernen oder eher es wieder auszugraben, denn auch für mich war das mal mein Sein-Zustand. Nicht ich werde oder ich war, sondern ich bin. Und zum Glück habe ich da solch gute Lehrmeister an meiner Seite. Und so darf ich immer mal wieder mitspielen und sie lehren mich ganz da zu sein. Mich auf die Situation einzulassen, auf meine Gegenüber, spontan mitzugehen bei dem, was sich ergibt, ganz präsent.
Wer sich mehr für das Thema Spielen interessiert, dem empfehle ich das Buch von Andre Stern „Spielen um zu fühlen, zu lernen und zu leben“.

Sicher werde ich die nächsten Wochen öfters die Gelegenheit haben mitzuspielen. Ich denke, dass es mir helfen wird meinen Alltag mit etwas mehr spielerischer Leichtigkeit zu gestalten. Und meine Fähigkeit ein Stück wachsen wird öfters im Hier und Jetzt zu sein.Nun schaue ich mal, was meine Lehrmeister so machen…
…Penny spielt mit ihren gebastelten Pferden, Lotti kocht im Garten eine leckere Suppe, Fritz baut an seinem Wäscheklammerschussapperat.
Vielleicht bleibe ich auch einfach noch eine Weile in meinem Sessel sitzen und genieße den Moment. Denn ich atme und lebe – mehr muss ich grade nicht. Alles ist gut (natürlich in meinem ganz kleinen Kosmos) – die nächste Minute kann es schon wieder anders sein, aber grade ist es so. Und bevor ich diese Minute verpasse, indem ich schon bei der nächsten oder noch bei der letzten bin, atme ich weiter und bin.

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