Leben im Zwiespalt

Als ich grade den Text fertig getippt hatte, merke ich wie in mir Zweifel aufsteigen. Kann man in so einer ernsten Situation etwas über alltägliche Herausforderungen schreiben? Beschäftigen uns nicht grade viel größerer, ja existenzielle Fragen? Dann gestern Abend noch die Nachricht, dass jetzt auch Frankreich die Ausgehsperre verhängt. Ausgehsperre, dass macht mir schon ein sehr mulmiges Gefühl. Irgendwie hat es für mich einen touch von Hausarrest. Ein wirklich massiver Einschnitt in unser Leben, unsere Freiheit. Und dazu dann noch die Erklärung Macrons, dass wir uns im Krieg befinden gegen einen unsichtbaren Feind. Ich muss sagen, ich hätte wirklich mit vielem gerechnet. In großen Ländern sind meiner Meinung nach momentan nicht die umsichtigsten und friedfertigsten Menschen an der Macht – eher im Gegenteil. Das es dadurch zum Abwurf einer Atomrakete kommen könnte, war für mich denkbar. Aber nun hebt die Welt etwas anderes aus den Angeln.

Während ich diese Zeile tippte kommt Nele ganz aufgelöst, weil sie verzweifelt ihre Puppe sucht. Wir machen uns auf die Suche nach ihr und werden fündig. Und ich merke, es ist ein komisches Gefühl. Alltag und Normalität leben, wo grade alles so anders ist als normal. Eine Herausforderung…

Dieser Zustand wird wohl noch eine Weile andauern. Und in dieser Zeit es besonders wichtig ist, dass wir uns als Erwachsene gut um uns kümmern, so dass wir auch für unsere Kinder da sein können und ihnen Sicherheit und Halt geben können. Denn für sie ist das alles noch viel größer und ungreifbarer als für uns. Wie man mit der kindlichen (und vielleicht auch der eigenen) Angst vor der aktuellen Situation umgehen kann, dazu mehr beim nächsten Mal…

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